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pronomen_und_grammatisches_geschlecht_in_anderen_sprachen

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pronomen_und_grammatisches_geschlecht_in_anderen_sprachen [2018/12/25 15:42]
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pronomen_und_grammatisches_geschlecht_in_anderen_sprachen [2019/01/06 10:58] (aktuell)
wolle68 Komma, Überschriftformatierung
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-==Schwedisch==+== Schwedisch ==
  
 Im Schwedischen gibt es zwei grammatische Geschlechter, Neutrum und Utrum (letzteres als Verschmelzung von Femininum und Maskulinum), aber für Menschen gibt es unterschiedliche Personalpronomen der dritten Person Singular, »hon« für Frauen und »han« für Männer. In den letzten Jahren hat sich das geschlechtsneutrale »hen« immer mehr durchgesetzt, das auch für nichtbinäre Menschen verwendet werden kann. Der Genitiv lautet »hens«, die Objektform meistens einfach »hen«, aber es gibt auch abweichende Formen. Im Schwedischen gibt es zwei grammatische Geschlechter, Neutrum und Utrum (letzteres als Verschmelzung von Femininum und Maskulinum), aber für Menschen gibt es unterschiedliche Personalpronomen der dritten Person Singular, »hon« für Frauen und »han« für Männer. In den letzten Jahren hat sich das geschlechtsneutrale »hen« immer mehr durchgesetzt, das auch für nichtbinäre Menschen verwendet werden kann. Der Genitiv lautet »hens«, die Objektform meistens einfach »hen«, aber es gibt auch abweichende Formen.
  
-==Dänisch und Norwegisch==+== Dänisch und Norwegisch ==
  
 »Hen« wird von nichtbinären Personen auch in Dänemark und Norwegen verwendet, ist aber sonst nicht sehr verbreitet. In Dänemark gibt es auch die Formen »hæn« und »høn«.(([[https://sproget.dk/raad-og-regler/artikler-mv/svarbase/SV00016738|Hen, kønsneutralt pronomen]])) »Hen« wird von nichtbinären Personen auch in Dänemark und Norwegen verwendet, ist aber sonst nicht sehr verbreitet. In Dänemark gibt es auch die Formen »hæn« und »høn«.(([[https://sproget.dk/raad-og-regler/artikler-mv/svarbase/SV00016738|Hen, kønsneutralt pronomen]]))
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-==Niederländisch==+== Niederländisch ==
  
 Das Niederländische hat drei Genera, aber die weitaus meisten Formen sind für Maskulinum und Femininum identisch, weswegen die Sprache sich einer Situation wie im Schwedischen annähert. Es ist daher leicht möglich, geschlechtsspezifische Formen zu umgehen. Z.B. ist es möglich, statt »hij« (»er«) und »zij« (»sie«) das Demonstrativpronomen »die« (sowohl »der« als auch »die« im Deutschen) zu verwenden. Daneben sind in nichtbinären Kreisen auch Neopronomen wie »hun« (eigentlich eine Plural-Objektform, also an das englische »they« angelehnt) im Umlauf.  Das Niederländische hat drei Genera, aber die weitaus meisten Formen sind für Maskulinum und Femininum identisch, weswegen die Sprache sich einer Situation wie im Schwedischen annähert. Es ist daher leicht möglich, geschlechtsspezifische Formen zu umgehen. Z.B. ist es möglich, statt »hij« (»er«) und »zij« (»sie«) das Demonstrativpronomen »die« (sowohl »der« als auch »die« im Deutschen) zu verwenden. Daneben sind in nichtbinären Kreisen auch Neopronomen wie »hun« (eigentlich eine Plural-Objektform, also an das englische »they« angelehnt) im Umlauf. 
  
-===Romanische Sprachen===+==== Romanische Sprachen ====
  
-Romanische Sprachen sind ein besonders schwerer Brocken, weil es in der Regel nur zwei Genera gibt (Femininum und Maskukinum), das aber sowohl im Singular als auch im Plural.+Romanische Sprachen sind ein besonders schwerer Brocken, weil es in der Regel nur zwei Genera gibt (Femininum und Maskulinum), das aber sowohl im Singular als auch im Plural. (Latein hatte übrigens noch drei Genera, aber wenn Latein auch von manchen noch heute verwendet wird, ist es naturgemäß heikel, dabei moderne Neologismen zu benutzen. Für »Enby« kann eins »nebinium« gebrauchen und dann im Neutrum darauf Bezug nehmen; das sollte aber nie als bekannt vorausgesetzt, sondern bei der ersten Verwendung erläutert werden, wenn es sich nicht schon klar aus dem Kontext ergibt.)
  
-==Französisch==+== Französisch ==
  
 Das häufigste Neopronomen ist »iel« (auch »yel« geschrieben), was ein Mischung aus weiblich »elle« und männlich »il« ist (Plural »iels« statt »elles«/»ils«), die Objektform ist meist »li« (statt »la«/»le«). Bei den Adjektiven und Substantiven wird oft im Schriftbild gemischt und z.B. ein Hochpunkt zwischen der männlichen Form und der angehängten weiblichen Endung verwendet (»étudiant·es«). Manche verwenden auch Formen mit »x«. Es ist aber bei vielen dieser Formen schwierig, hierfür eine vernünftige ebenso »neutrale« Aussprache zu finden.(([[https://www.slideshare.net/noemiemarignier/queer-week|Le chantier linguistique : éléments pour une grammaire non-binaire]])) Das häufigste Neopronomen ist »iel« (auch »yel« geschrieben), was ein Mischung aus weiblich »elle« und männlich »il« ist (Plural »iels« statt »elles«/»ils«), die Objektform ist meist »li« (statt »la«/»le«). Bei den Adjektiven und Substantiven wird oft im Schriftbild gemischt und z.B. ein Hochpunkt zwischen der männlichen Form und der angehängten weiblichen Endung verwendet (»étudiant·es«). Manche verwenden auch Formen mit »x«. Es ist aber bei vielen dieser Formen schwierig, hierfür eine vernünftige ebenso »neutrale« Aussprache zu finden.(([[https://www.slideshare.net/noemiemarignier/queer-week|Le chantier linguistique : éléments pour une grammaire non-binaire]]))
  
  
-==Spanisch==+== Spanisch ==
  
 Im Spanischen ist es etwas einfacher als im Französischen, weil nicht nur das Femininum seinen typischen Endvokal hat (a), sondern auch das Maskulinum (o). Es gibt eine Reihe von Vorschlägen, durch was diese Vokale ersetzt werden können, seien es Sonderzeichen (@, æ, Ⓐ) oder gewöhnliche Buchstaben (e, i, u, x). Insbesondere das e bietet sich an, weil es bereits eine Reihe von Wörtern mit e gibt, die sowohl männlich als auch weiblich sein können. Das Personalpronomen dritter Person (Maskulinum »el«, Femininum »ella«) wird dann zu »elle« oder »ele« (Plural »elles« bzw. »eles«), und mit anderen Wortarten geschieht es ähnlich (»amigos«, »amigas«, »amigues«). Im Spanischen ist es etwas einfacher als im Französischen, weil nicht nur das Femininum seinen typischen Endvokal hat (a), sondern auch das Maskulinum (o). Es gibt eine Reihe von Vorschlägen, durch was diese Vokale ersetzt werden können, seien es Sonderzeichen (@, æ, Ⓐ) oder gewöhnliche Buchstaben (e, i, u, x). Insbesondere das e bietet sich an, weil es bereits eine Reihe von Wörtern mit e gibt, die sowohl männlich als auch weiblich sein können. Das Personalpronomen dritter Person (Maskulinum »el«, Femininum »ella«) wird dann zu »elle« oder »ele« (Plural »elles« bzw. »eles«), und mit anderen Wortarten geschieht es ähnlich (»amigos«, »amigas«, »amigues«).
  
  
-===Slawische Sprachen===+=== Slawische Sprachen ===
  
 Slawische Sprachen haben in der Regel drei Genera, wie im Deutschen. Viel ist nicht über Versuche bekannt, nichtbinäre Formen in slawischen Sprachen zu entwickeln. Im Russischen verwenden manche das Neutrum, was aber problematisch ist, weil das Russische nicht nur nach den drei Geschlechtern unterscheidet, sondern (im Akkusativ) auch nach den Kategorien »belebt« und »unbelebt«, wobei diese Unterscheidung im Neutrum normalerweise nicht stattfindet, was bei der Verwendung des Neutrums für eine Person den Eindruck verstärken kann, dass diese »unbelebt«, also eher eine Sache ist. Entwickelt wurden aber jedenfalls schon Formen der Anrede und des Vatersnamens: Entsprechend der Anrede »Herr« (»господин«/»gospodin«) oder »Frau« (»госпожа«/»gosposha«) gibt es »госпожне«/»gosposhnje«). Russen haben zwischen Vor- und Nachnamen einen Vatersnamen, der aus dem Vornamen des Vaters mit dem Suffix »-ович«/»-owitsch« oder »-евич«/»-jewitsch« für Männer und »-овна«/»-owna« oder »-евна«/»-jewna« für Frauen gebildet wird. Nichtbinäre Suffixe sind »-овче«/»-owtsche« bzw. »-евче«/»-jewtsche«, »-овчен«/»-owtschen« bzw. »-евчен«/»-jewtschen« und »-ови«/»-owi« bzw. »-еви«/»-jewi«. Slawische Sprachen haben in der Regel drei Genera, wie im Deutschen. Viel ist nicht über Versuche bekannt, nichtbinäre Formen in slawischen Sprachen zu entwickeln. Im Russischen verwenden manche das Neutrum, was aber problematisch ist, weil das Russische nicht nur nach den drei Geschlechtern unterscheidet, sondern (im Akkusativ) auch nach den Kategorien »belebt« und »unbelebt«, wobei diese Unterscheidung im Neutrum normalerweise nicht stattfindet, was bei der Verwendung des Neutrums für eine Person den Eindruck verstärken kann, dass diese »unbelebt«, also eher eine Sache ist. Entwickelt wurden aber jedenfalls schon Formen der Anrede und des Vatersnamens: Entsprechend der Anrede »Herr« (»господин«/»gospodin«) oder »Frau« (»госпожа«/»gosposha«) gibt es »госпожне«/»gosposhnje«). Russen haben zwischen Vor- und Nachnamen einen Vatersnamen, der aus dem Vornamen des Vaters mit dem Suffix »-ович«/»-owitsch« oder »-евич«/»-jewitsch« für Männer und »-овна«/»-owna« oder »-евна«/»-jewna« für Frauen gebildet wird. Nichtbinäre Suffixe sind »-овче«/»-owtsche« bzw. »-евче«/»-jewtsche«, »-овчен«/»-owtschen« bzw. »-евчен«/»-jewtschen« und »-ови«/»-owi« bzw. »-еви«/»-jewi«.
  
-===Sonstiges===+=== Sonstiges ===
  
 Viele nicht-indoeuropäische Sprachen kennen kein Genus und deswegen auch keine geschlechtsspezifischen Pronomen. So z.B. das Finnische, das ein einziges Pronomen »hän« für »sie« und »er« kennt. Viele nicht-indoeuropäische Sprachen kennen kein Genus und deswegen auch keine geschlechtsspezifischen Pronomen. So z.B. das Finnische, das ein einziges Pronomen »hän« für »sie« und »er« kennt.
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