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geschlechtsneutrale_sprache

Geschlechtsneutrale Sprache

Hier geht es um das, was meist mit „gendern“ oder „entgendern“ gemeint ist. Andere Aspekte von geschlechtsneutraler Sprache gibt es in diesen Artikeln:

Die Wiedergabe durch verschiedene Text-to-Speech-Software wird hier gesammelt:

Ziele und Ansprüche

Das Grundziel ist:

  • Alternativen zu den als männlich und weiblich wahrgenommenen Formen von Nomen/Hauptwörtern, um nichtbinäre Personen einzuschließen.
    • Also zum Beispiel Alternativen zu Verkäufer, Verkäuferin, Verkäufer/-in und VerkäuferIn.

Weitere Ansprüche können sich aber mitunter in die Quere kommen:

  • Bemerkbarkeit: Viele nichtbinäre Menschen möchten, dass gän die Form nicht einfach ignorieren kann. Eine häufige Forderung ist, sie solle „den Lesefluss stören“, um zum Nachdenken anzuregen.
  • Möglichst wenige Barrieren:
    • Viele der hier präsentierten Vorschläge machen es für Menschen mit verschiedenen Behinderungen, Lernschwierigkeiten und Neurodivergenzen schwieriger oder unmöglich, einen Text zu lesen und zu verstehen. Das betrifft vor allem die Formen, die verwirren, innehalten lassen oder eben den Lesefluss stören.
    • Wer statt dem Bildschirm oder ergänzend dazu Sprachausgabe verwendet, um Texte zu lesen, ist bei Satz- und Sonderzeichen mitten im Wort darauf angewiesen, wie dieses Programm sie vorliest. (Bei der Verwendung einer Braillezeile treten diese Probleme nicht unbedingt auf1), dafür möglicherweise andere.)

Generalisierende Personalpronomen

Im Deutschen gibt es das Generalpronomen „man“. Die Ähnlichkeit zwischen „Mann“ und „man“ und die maskuline Konjugation des Pronomens deuten darauf hin, dass der Mann das Normale ist und dass die Frau beziehungsweise andere Gender das andere Gender ist. „Man“ ist ein altes Wort und spiegelt eine alte Gesellschaft. Die feministische Sprachkritik entwickelte das Generalpronomen „frau“, welches aber deutlich auch nicht geschlechtsneutral ist. Ein paar geschlechtsneutrale vorgeschlagene Alternativen sind:

  • 2)gän“, jenes von dem Wort „Generell“ abgeleitet wird. Dieses Pronomen soll mit dem Indefinitiven Genus konjugiert werden. Beispielsweise „Gän soll auch denen helfen, die einim noch nie geholfen haben.“ und „Gän soll nimse FreundNinnen schätzen“.
  • mensch“, was eine inklusive Bedeutung hat aber grammatikalisch maskulin ist.
  • eins

Die SYLVAIN-Konventionen

Bei den SYLVAIN-Konventionen wird das Indefenitivum zu den üblichen drei grmmatikalischen Geschlechtern hinzugefügt. 3)

Für nichtbinäre Leute oder für Menschen, von denen das Gender unbekannt ist gibt es folgende Wortendungen:

  • din Studentnin
  • meinin bestin Freundnin
  • einin gutin Lesernin

Die Mehrzahl wird ähnlich wie das Femininum gebildet.

  • die Lehrerninnen
  • die Schülerninnen

Zur Inklusion aller Gender wird das Binnen-N vorgestellt.

  • die ArbeiterNinnen
  • die FreundNinnen

Gän kann sich hier mehr über die SYLVAIN-Konventionen und das geschlechtsneutrale Personalpronomen „nin“ informieren.

sir

Aus dem Pronomen sir können weitere Wortarten abgeleitet werden:

bestimmter Artikel
Nom dir Das ist dir Autor_in.
Gen dirs Die Katze dirs bekannten Autor_in.
Dat derm Wir schreiben derm Autor_in.
Akk din Wir laden din Autor_in ein.
unbestimmter Artikel
N einsir Ich erzähle von einsir Autor_in.
G einers Das ist ein Buch einers bekannten Autor_in.
D einerm Wir schreiben einerm beliebten Autor_in.
A einsin Wir suchen einsin Autor_in für unser Blog.

(Nom. und Akk. mit den vollen Pronomenformen, weil sich -e und -er bzw. -e und -en nicht mischen lassen.) (Das starke Adjektiv geht entsprechend, das schwache wie üblich mit -e im Nom. Sing. und -en im Übrigen.)

Beispiel:

  • Liebsir Sascha, könntest du bitte deinerm netten Nibling meinen Dank ausrichten?

Sternchen, Unterstrich, Satzzeichen

Ausgesprochen als kurze Pause oder Knacklaut.

In der bekanntesten Version wird das Zeichen zwischen die „maskuline“ und die „feminine“ Endung gesetzt:

  • mein_e beste_r Freund_in
  • mein*e beste*r Freund*in
  • mein:e beste:r Freund:in

In einer anderen Variante nach dem Stamm - oder realistischerweise an der nächstbesten Stelle, die nichts mit männlichen/weiblichen Formen zu tun hat, sich aber ok aussprechen lässt:

  • mei_ne bes_ter Freun_din
  • mei*ne bes*ter Freun*din
  • mei:ne bes:ter Freun:din

Oder an ganz zufälligen Stellen:

  • mei_ne best_er Freundi_n
  • mei*ne best*er Freundi*n
  • mei:ne best:er Freundi:n

Es kann durchgehend eines der Zeichen verwendet werden oder mehrere vermischt.

Auch ' und ° kommen manchmal vor:

  • mein'e beste'r Freund'in
  • mein°e beste°r Freund°in

Der Nachteil dieser Formen ist, dass sie bei der Verwendung von Screenreadern unter Umständen Probleme machen. Hier wird gesammelt, wie verschiedene Text-to-Speech-Programme diese Lösungen wiedergeben.

X

Ausgesprochen als iks.4)

  • meinx bestx Freundx

(oder zum Beispiel Befreunx damit es nicht vom Maskulinum abgeleitet wird.)

Oder geschrieben als -iks.

  • meiniks bestiks Freundiks

-lon

Das Verb, das zu einem Nomen dazupasst, wird mit -lon kombiniert.5)

zum Beispiel:

  • Leser_in > lesen > Leslon
  • Verkäufer_in > verkaufen > Verkauflon

-an

  • Studentan anstatt Student*in 6)

-j

  • du bist mein bestej

Freund*/Freundlon/Freundi/Freundan

  • dier ist ein tollej Spek
  • Liebej Alex,
  • hän ist so ein coolej

7)

Kurzformen und Nonsenswörter

8) Relativ bekannte Kurzformen auf -i, als Artikel di:er, d*, dx oder ähnliches:

  • der_die Studi, dix Touri

Neue Wörter nach dem selben Muster mit -i:

  • dier Mitbewohni, der*die Kollegi

-i oder ähnliche Endungen, mit „das“ als Artikel um die komplizierteren Formen zu vermeiden:

  • mein bestes Freundi
  • mein liebes Mitbewohnsi
  • das genervte Studi
  • das Touri sucht seinen Stadtplan

-mensch, -menschi, -person, -wesen verwenden:

  • das Postmenschi
  • meine LiebhabPerson
  • der liebe Katzenbetreu-Mensch
  • das Postbotwesen (oder - wenn bekannt oder deutlicher Kontext - auf eine Silbe zusammengezogen: „Postbotwe'n“)

Oder einfach irgendwelche Wörter, die man süß findet.

  • Ich will Fotografierflausch werden.

Mehr dazu

geschlechtsneutrale_sprache.txt · Zuletzt geändert: 2018/01/11 16:17 von sevaparra